Die Räuberbande by Leonhard Frank

(4 User reviews)   846
Frank, Leonhard, 1882-1961 Frank, Leonhard, 1882-1961
German
Hey, have you read 'Die Räuberbande'? It's this incredible German novel about a group of kids in Würzburg who form a secret gang in the early 1900s. It starts with all the wild, imaginative games you'd expect, but it slowly becomes something much deeper. The book follows them into adulthood, and you see how the rigid class system and the pressure to conform completely shatters their childhood bonds and dreams. It's not just a coming-of-age story; it's a heartbreaking look at how society can crush individuality and friendship. The contrast between their free-spirited youth and their constrained adult lives is absolutely gut-wrenching. You should definitely check it out.
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er einen Jungen, so faßte er die feinsten Härchen an der Schläfe. Benötigte er einen neuen Rohrstock, dann mußte der Junge, welcher Prügel zu bekommen hatte, selbst eine Anzahl Stöcke zur Auswahl beim Kaufmann holen. Herr Mager untersuchte lange und sorgfältig, beroch die Stöcke, hieb sie durch die Luft und horchte auf das Pfeifen, wählte den dünnsten und zähesten, präparierte ihn erst, indem er das Ende spaltete, und der gewollte Erfolg war, daß der Stock beim Schlagen Blutblasen in die Fingerspitzen zwickte. Die Furcht der Knaben umgab Herrn Mager wie eine Wolke, sein Leben lang. Und es kam vor, daß vierzigjährige Männer, frühere Schüler von ihm, erschrocken zur Seite wichen, wenn sie ihn des Weges kommen sahen. Am letzten Tage, wenn er seine Schüler aus der Volksschule entlassen mußte, gab er ihnen die Angst mit auf den Lebensweg: »Wir sind noch nicht fertig miteinander«, sprach er und lächelte. »In der Fortbildungsschule habe ich euch wieder, und wer von euch zu den >Neunern< einrückt, den bekomme ich noch einmal als Rekrut. Denn auch da unterrichte ich.« Und dann erst war die Klasse entlassen. Herr Mager blieb auf der Brücke stehen und sah auf die beleuchtete Uhr vom »Spitäle«, einer kleinen Kirche im Mainviertel, deren Vorderfront gegen den Brückenberg steht. Nach zwei Jahre langen Verhandlungen und vielem Streit war von den Würzburger Stadtvätern der Jahresetat von zwanzig Mark für die Nachtbeleuchtung der Uhr bewilligt worden. Heute zum ersten Male leuchtete das Ziffernblatt. Sogar schon am Tage, denn die Sonne war noch nicht unter. Herr Mager freute sich. Er hatte für Beleuchtung gestimmt. Er war für den Fortschritt. Ein Fischer mit violett angelaufener Stülpnase und rotem Schnurrbart, der erst bei den Mundwinkeln begann und zwei buschigen Eichhornschwänzchen glich, stand vor dem »Spitäle« und ein alter Polizeiwachtmeister mit kurzen Säbelbeinen. »A richtje Uhr muß beleucht sei! Das sag i!« rief der Fischer und schnitt mit einer Handbewegung jede Erwiderung ab. »Was nützt uns denn a ubeleuchte Uhr! Bei der Nacht sin alle Menschen schwarz . . . Jau, so a Gaudi, zwä Jahre brauche sie dazu.« Er steckte die Hände in seine gestrickte, blaue Wolljacke, wandte sich weg und sah, die Unterlippe grimmig vorgeschoben, den Brückenberg hinauf. Auf die Kirche zu kam mühsam atmend ein großmächtiger Pfarrer, dessen ausgeprägte Rückenverlängerung sich stark hin und her bewegte, denn er hatte Plattfüße. Ein kleines Mädchen sprang zu ihm hin: »Gelobt sei Jesus Christus«, knickste und gab ihm die Hand. »In Ewigkeit. Amen.« Der Pfarrer schlug das Kreuz und hielt Herrn Mager seine Horndose hin. Herr Mager nahm eine Prise, tat, als schnupfe er, und ließ den Tabak in seine Tasche fallen. »Gestern nacht ham mir die Sakramentslumpe an dreipfündige Hecht aus mein neue Sandschiff g'stohle, mitsamt'n Blechkaste«, rief der rote Fischer. »Wenn i so 'n Malefizhamml erwisch, dem dreh i . . . rrracks! die Gurgl um.« Er hielt dem Wachtmeister die Faust unter die Nase. Die Adern an seinem Halse schwollen. Das silberne Klingeln der Ministranten tönte aus der Kirche. Herr Mager beugte das Knie und hob erbleichend die Arme, taumelte gegen die Kirchenmauer: ein durchgegangenes Pferd war auf ihn zu galoppiert, stieg vor ihm in die Höhe und raste den Brückenberg hinauf. Der Wachtmeister riß die Waffe heraus und rannte, den Säbel hocherhoben, dem Pferde in großem Abstand über die Brücke nach. Eine graue Dogge mit heraushängender Zunge überholte ihn und sprang freudig bellend am Pferde empor, das hinter einem hochbeladenen Heuwagen stehen geblieben war und Heu herauszupfte. Dogge und Pferd gehörten einem Besitzer. Bürger umringten den erhitzten Polizeiwachtmeister. Der Heuwagenkutscher trat auch hinzu, tätschelte dem durchgegangenen Pferde den Hals. Es hob den Schwanz...

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Leonhard Frank's Die Räuberbande (The Robber Band) is a powerful story that starts with childhood adventure and ends with adult disillusionment.

The Story

The book follows a group of working-class boys in Würzburg at the turn of the 20th century. United by poverty and imagination, they form a secret "robber band," creating a world of their own with elaborate rules and fantasies of freedom. We watch them grow up. The narrative tracks their separate paths as they are forced into the rigid molds of German society—becoming apprentices, soldiers, or low-level clerks. The vibrant camaraderie of their youth fades, replaced by the grind of daily life and the unspoken rules of class.

Why You Should Read It

This book hit me hard. Frank doesn't just tell a story about growing up; he shows how the system actively breaks people. The boys' childhood games feel so real and joyful, which makes their later struggles even more painful. You see their spark get dimmed, one by one. It's a quiet, cumulative tragedy. Frank's writing is sharp and clear, focusing on small, telling details that build a complete picture of a society that values order over spirit.

Final Verdict

Perfect for readers who love character-driven historical fiction that packs an emotional punch. If you enjoyed the group dynamics in The Lord of the Flies or the social critique in a Dickens novel, but prefer a more modern, psychological style, this is for you. It's a classic that still feels urgently relevant about the cost of conformity.



ℹ️ Copyright Free

This content is free to share and distribute. Thank you for supporting open literature.

Matthew Wright
6 months ago

Make no mistake, the progression of ideas feels natural and coherent. I’ll definitely revisit this in the future.

Ethan Scott
2 months ago

This download was worth it since the writing style is poetic but not overly flowery. Don't hesitate to download this.

Nancy Mitchell
1 week ago

Simply put, the narrative structure is incredibly compelling and well-thought-out. Absolutely essential reading.

Sarah Torres
4 months ago

Once I started reading, the insights offered are both practiical and thought-provoking. This left a lasting impression on me.

5
5 out of 5 (4 User reviews )

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